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<page title="Infodrom Text - Vorträge" lang="de">

<h1>Vorträge</h1>

<p>Meine Erfahrungen mit dem Halten von Vorträgen sollen anderen
Personen helfen, professionelle Vorträge zu halten.  Viele hier
aufgestellten Regeln beruhen im Prinzip auf den gesunden
Menschenverstand, doch wer sich keine Gedanken darüber macht, wird
nicht daran denken.

<p><ol>
<li> <a href="#Arbeitsaufwand">Arbeitsaufwand</a>
<li> <a href="#Zielgruppe">Zielgruppe</a>
<li> <a href="#Werbung">Werbung</a>
<li> <a href="#Technik">Technik</a>
<li> <a href="#Vortrag">Vortrag</a>
</ol>

<a name="Arbeitsaufwand"><h2>1 Arbeitsaufwand</h2></a>

<a name="Vortrag"><h2>3 Vortrag</h2></a>

<h3>Vortragstechnik</h3>

<p>Bevor der Vortrag vorbereitet wird, muß sich der Referent
entscheiden, welche Technik er einsetzen möchte.  Folgende
Möglichkeiten stehen ihm zur Verfügung:

<p><ol>
<li> Komplett frei.  Nur mit ein paar Zettel für den roten Faden wird
     der Vortrag frei gehalten.  Vorsicht: Das kann nicht jeder.
<li> Kreide und Tafel.  Wie in einer Vorlesung wird der Stoff
     angeschrieben oder an der Tafel gezeichnet.
<li> Overhead.  Grafiken und Texte können zur Verdeutlichung auf dem
     Belsazar (Folie) geschrieben werden.
<li> Folien und Overhead.  Die Folien werden vorbereitet und zu den
     Themen auf den Folien wird erzählt.
<li> Computer und Beamer.  Die Folien werden in aller Ruhe auf dem
     Rechner (Unter Unix mit <code>mgp</code>) erstellt und wie
     Overheadfolien verwendet.
<li> Computervorführung.  Der Beamer wird dazu benutzt, bereits
     vorbereitete Programme direkt vor den Zuschauern zu
     demonstrieren.
</ol>

<p>Abhängig vom Thema kann es sinnvoll sein, die verschiedenen
Techniken miteinander zu kombinieren.  Dazu muß beachtet werden, daß
die Lichtverhältnisse möglicherweise angepaßt werden müssen.

<h3>Captate bene volentiae</h3>

<p>Zu Anfang eines Vortrags sollte das Publikum begrüßt werden.  Es
soll nicht jeder persönlich angesprochen werden, sondern allgemein.
Das zeigt dem Publikum, daß es wichtig ist und ernstgenommen wird und
verursacht gleich zu Anfang Zustimmung und dadurch einen offeneren
Geist.

<h3>Redetechnik</h3>

<p>Der Vortrag sollte flüssig gehalten werden, ohne zuviele Pausen und
Füllwörter (Ähhh, Öhm etc.).  Die Zuhörer fangen sonst an, die
Füllwörter zu zählen und dem Vortrag nachher eine Note auf der
Ähm-Skala zu geben anstatt sich auf den Inhalt zu konzentriereren.
Wer noch nicht so häufig Vorträge gehalten hat, sollte einen Probelauf
vor einem Spiegel oder vor Freunden machen.

<p>Während des Vortrags sollte sich der Referent nicht zu sehr
bewegen.  Vorwärts- und Seitlich zu wackeln lenkt ab.  Dauernd mit
einem Zeigegerät auf irgendetwas zu zeigen und die Position dabei zu
verändern lenkt ebenfalls ab.  Besonders übel sind Cursor, mit denen
man etwas zeigen möchte, die jedoch vollkommen ungeeignet zum Zeigen
sind.

<p>Der Vortrag darf nicht langweilig sein, denn sonst schlafen die
Zuhörer ein oder verlassen den Raum.  Beides ist nicht schön.  Falls
Zuhörer den Raum verlassen oder später hinzukommen, sollte sich der
Referent nicht aus der Fassung bringen lassen, sondern diese Tatsache
lediglich zur Kenntnis nehmen.  Wenn die Zuhörer allerdings drohen,
komplett zu gehen, sollte darauf angemessen reagiert werden, z.B. durch
Nachfragen, ob man kalten Kaffee erzählt o.ä.

<h3>Zwischenfragen</h3>

<p>Zu Anfang des Vortrags sollte darauf hingewiesen werden, wie mit
Zwischenfragen umgegangen werden soll.  Wenn der Referent nicht zu
unsicher ist, können sie mitten drin gestellt und beantwortet werden.
Falls der Referent unsicher oder aufgeregt ist, sollten Zwischenfragen
lieber für die generelle Frageminuten nach dem Vortrag aufgehoben
werden.

<p>Wenn Zwischenfragen während des Vortrags zugelassen werden, darf
sich der Referent von ihnen nicht aus dem Konzept bringen lassen.  Ist
die Frage beantwortet, sollte es mit dem Stoff weitergehen ohne daß
erst der rote Faden wiedergefunden werden muß.  Von Zwischenfragen
sollte man sich zudem nicht zuweit vom eigentlichen Thema ablenken
lassen.

<p>Wenn Zwischenfragen provozieren, darf der Vortragende darauf nicht
eingehen und sich aus der Ruhe bringen lassen.  Der Vortragende muß zu
jedem Zeitpunkt die Kontrolle über den Vortrag behalten.
Provokationen kann man gut mit Gegenfragen begegnen, so daß der
Schwarze Peter wieder beim Fragesteller liegt (z.B. "Schön, daß Sie
sich dazu bereits Gedanken gemacht haben, vielleicht legen Die das
einmal genauer dar.").

<p>Wenn aufgrund von Zwischenfragen eine Diskussion zwischen zwei
Zuhörern ausbricht, sollte der Referent (oder notfalls der
Veranstalter) dazwischengehen und die Zuhörer dazu auffordern, das
Thema vor der Tür außerhalb des Vortrags weiterzudiskutieren.

<h3>Hervorhebungen</h3>

<p>Manchmal ist es sinnvoll, bestimmte Passagen an der Tafel,
Projektor oder Beamer hervorzuheben.  In einem solchen Fall macht es
absolut keinen Sinn, auf den Monitor zu zeigen, den sehen die
Zuschauer nicht.  Stattdessen muß sich der Referent umdrehen und
direkt an der Tafel oder Wand die entsprechenden Passagen zeigen.
Dazu eignen sich Laserpointer genauso wie Zeigestöcke.

<p>Falls Folien und ein Overheadprojektor verwendet wird, kann dort
auch ein Stift benutzt werden.  Wenn der Vortragende aufgeregt ist,
sollte er den Stift jedoch auf den OHP legen und nicht (zitternd) in
der Hand halten.

<p>Wenn Beamer benutzt werden, sollte zum Zeigestock oder Laserpointer
gegriffen werden.  Der Mauscursor des Rechners ist wenig Sinnvoll für
diesen Zweck, da er oft zu klein und unscheinbar ist.

<h3>Abschluß</h3>

<p>Teilweise macht es sich gut, zum Schluß die Kernthesen des Vortrags
noch einmal kurz und bündig herauszustellen, damit die Zuhörer das
wichtigste noch einmal hören und auch mit nach Hause nehmen.

<p>In der an einen Vortrag anfolgenden Diskussion ist es bei größeren
Räumen und Hörsälen insbesondere äußerst wichtig, daß der Redeleiter
(üblicherweise der Vortragende) die Fragen und Kommentare aus dem
Publikum vor der Beantwortung wiederholt.  Hörsäle sind derart gebaut,
daß der Klang von vorne nach hinten dringt, wenn sich der Vortragende
in Richtung Publikum stellt.  Wenn aus dem Publikum jemand fragt und
die Frage an den Vortragenden richtet, wird der Vortragende zwar in
der Lage sein, sie zu verstehen, das Publikum, das nicht zufällig
zwischen Fragesteller und Referenten sitzt, wird sie jedoch nicht
hören können.

<p>Die Organisation hat im Anschluß an einen Vortrag die Möglichkeit,
dem Publikum für ihr Kommen zu danken und auf die nächsten Termine
hinzuweisen.

<a name="Technik"><h2>4 Technik</h2></a>

<h3>Tafel</h3>

<p>Es ist wichtig, daß an der Tafel klar und deutlich geschrieben
wird, da das Publikum sonst nichts entziffern kann.  Das muß unter
Umständen geübt werden.  Zudem sollte nicht zu groß geschrieben
werden, damit die Tafel nicht zu häufig gewischt werden muß.
Gegebenenfalls muß rechtzeitig vorher geprüft werden, wie groß die
Schrift sein muß, damit sie von hinten noch gelesen werden kann.

<p>Es gibt zwei unterschiedliche Einsatzgebiete für die Tafelarbeit.

<p><ol>
<li> Die Tafel wird zur Vertiefung des Stoffes verwendet und nur für
     zusätzliche Erläuterungen und Skizzen hinzugezogen.  Die Grafiken
     sollten gut überdacht werden, damit nicht zu oft gewischt werden
     muß und die Grafiken vom Platz her passen.
<li> Die gesamte Veranstaltung wird mit Hilfe der Tafel durchgeführt.
     Diese Technik wird für Vorlesungen oft verwendet.  Es hat den
     Vorteil, daß der Dozent nicht viel schneller schreiben kann als
     das Publikum und dieses weiß, was mitgeschrieben werden muß.  Es
     bietet sich auf jeden Fall an, die Tafel für Sätze etc. zu
     verwenden.
</ol>

<p>Insbesondere beim zweiten Einsatzgebiet der Tafel muß beachtet
werden, daß der Arm die Hand mit der Kreide halten muß.  Wer darin
nicht geübt ist, wird das unter Umständen nicht während der gesamten
Veranstaltung durchhalten.  Zudem ist es immens wichtig, daß sauber
geschrieben wird, was bei Grafiken teilweise vernachlässigbar ist.

<p>Wenn an der Tafel gerechnet wird und die Zuhörer unter Umständen
die Berechnungsschritte mitschreiben möchten, dürfen Terme auf keinen
Fall mit Hilfe eines Schwamms vereinfacht werden.  Wenn einzelne Teile
von Termen weggewischt werden, können sie nicht mehr abgeschrieben
werden und den Teilnehmern fehlt unter Umständen wichtiges.
Stattdessen sollten die Terme nach und nach in eine neue Zeile
übernommen werden bzw. entsprechender Platz sollte freigelassen
werden.  Es bietet sich an, mit zusätzlichen Pfeilen anzudeuten,
welchen Ursprung die neuen Teil-Terme haben.

<p>Wenn die Tafel vollgeschrieben ist, muß sie abgewischt werden.
Wenn es möglich ist, sollte dieses trocken geschehen.  Falls sie
aufgrund hoher Kreidedichte feucht gewischt werden muß, macht es sich
positiv bemerkbar, wenn man einen Abzieher mitgenommen hat und nach
dem nassen Abwischen die Tafel trocken ziehen kann.  Es sollte dennoch
erst dann wieder auf die Tafel geschrieben werden, wenn selbige
getrocknet ist.  Wenn auf nasser Tafel geschrieben wird, können die
Zuhörer anfangs nichts lesen und später läßt sich die Kreide auch
nicht mehr so einfach abwischen.


<author>Joey</author>
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